REPORTAGEN

Hier stellen wir euch landwirtschaftliche Betriebe vor, die von Florianerinnen bzw. Florianern geführt werden. Die Reportagen geben Einblick in die Vielfalt der Betriebe und zeigen interessante Innovationen.

» redaktion@derflorianer.at

Die Reportagen (seit 2018) im Überblick:

  • Biohof Steinmayr, Niederwaldkirchen
  • Nussböckgut, Leonding
  • Mostviertler Kürbishof Metz, Stadt Haag
  • Biberhof, Fam. Fiesenecker, Windhaag b. Freistadt
  • Familie Kastenhuber, Bad Wimsbach-Neydharting

BIOHOF STEINMAYR regional.bio.echt

Text: Josef Sumesberger
Fotos: Steinmayr

Ein wunderschön gelegener Gasthof in St.Johann am Wimberg und ein Dreiseithof in der Gemeinde Niederwaldkirchen. Was haben beide gemeinsam? Sehr viel – beide liegen im „Hansbergland“ und beide werden von der Familie Steinmayr erfolgreich geführt. Und der Betriebsführer ist Absolvent der HLBLA St. Florian.

Dipl.Ing. Hannes Steinmayr (Jahrgang 1984) hat im Jahr 2004 an unserer Lehranstalt maturiert und anschließend an der Universität für Bodenkultur Umwelt- und Bioressourcenmanagement studiert und 2012 abgeschlossen. Neben der Landwirtschaft ist Hannes seit 2013 als Lehrer an der Bioschule Schlägl – die übrigens auch von einem Florianer, Johann Gaisberger, geleitet wird – im geringfügigen Ausmaß beschäftigt.

Familie
Hannes ist seit 2017 mit Anneliese – einer studierten Forstwirtin – verheiratet. Die beiden haben zwei Kinder (Josef, 3 Jahre und Simon, 6 Monate). Am Hof leben noch die Eltern von Hannes. Rosemarie hat bis 2014 die Landwirtschaft geführt und ist nun in Pension. Heinrich ist Bereichsleiter beim Sozialnetzwerk Arcus und hilft in der Freizeit auch viel in der Landwirtschaft aus.

Landwirtschaftlicher Betrieb
Der Bauernhof mit dem Hausnamen „Kleinauer“ in der Gemeinde Niederwaldkirchen hat ein Ausmaß von 15 ha Eigengrund. Mit den Pachtflächen werden von Hannes und Anneliese 16 ha landwirtschaftliche Flächen und 3 ha Wald bewirtschaftet. Neben den Dauerwiesen werden noch Wintergetreide und Kleegras – alles als Futtergrundlage für die Tierhaltung – angebaut. Hauptgewicht bei der Tierhaltung liegt bei den Bio-Puten. Es werden jährlich 550 Puten in zwei Umtrieben gemästet. Bei der Rinderhaltung liegt der Schwerpunkt bei der Mast, wobei jährlich 10 Stück am Betrieb geschlachtet und verarbeitet werden. Daneben werden noch 15 Freilandschweine gehalten. Die Landwirtschaft wurde schon durch die Eltern im Jahr 1997 auf biologische Bewirtschaftung umgestellt.

Verarbeitung am Betrieb und Verwertung
Bereits seit 1997 gibt es – vorerst in Gemeinschaft mit anderen Landwirten – einen Schlachthof, der 2017 erweitert und modernisiert wurde. Hier werden alle Tiere geschlachtet und am Betrieb in modernen, bestens ausgestatteten Räumen weiterverarbeitet. Jährlich werden am Hof ca. 10.000 kg Fleisch verarbeitet. Rindfleisch und vor allem die Puten werden an Endkunden verkauft, wobei die Bestellung über einen Online-Shop erfolgt. Hier werden die Abholtermine veröffentlicht und die Produkte können dann am Hof von den Kunden selbst abgeholt werden. In der Kundenkartei des Biohofes sind zur Zeit ca. 1.400 Interessenten gespeichert.
Besonders wichtig erscheint Hannes das Marketing, wobei auch großer Wert auf Facebook gelegt wird. Das Schweinefleisch und Teile des Rind- und Putenfleisches werden in der familieneigenen Gastwirtschaft verkocht und veredelt. Ebenso wie die eigenen Kartoffel, Süßmost, Gärmost und verschiedene Wildkräutersirupe.

Jausenstation Hansberg
Ein wichtiges Standbein für die Familie ist das Gasthaus am ca. 4 km vom Hof entfernten Hansberg, in der Nachbargemeinde St. Johann a. Wimberg. Noch während ihres Studiums haben sich Anneliese und Johannes entschlossen, diesen Betrieb zu pachten und mit voller Gastro-Konzession zu führen. Der Gasthof, der überwiegend kalte, aber auch warme Speisen auf der Karte bietet, hat von 1. Mai bis 26. Oktober jeweils an Donnerstagen, Samstagen sowie Sonn – und Feiertagen geöffnet. Das Lokal ist fast an allen Tagen schon im Vorhinein ausgebucht. Ein besonderer ‚Renner‘ sind die Burger, die – wie fast alle anderen Speisen – überwiegend in Bio-Qualität angeboten werden. An Donnerstagen können die Gäste zwischen acht verschiedenen Burgern wählen. Im Gasthof sind 12 DienstnehmerInnen mit einem Wochenausmaß von 4 – 40 Stunden beschäftigt. Insgesamt können 180 Gäste – davon 90 auf der West-Terrasse mit herrlicher Aussicht auf das Hansberg-Land – in angenehmer Atmosphäre die angebotenen Speisen und Getränke genießen. Was die Familie Steinmayr besonders freut: Im Jahr 2017 wurde die Jausenstation Hansberg zum beliebtesten Bio-Gasthof Österreichs gewählt.

Kooperation
Hannes arbeitet sehr eng mit Farmgoodies, auch in der Gemeinde Niederwaldkirchen gelegen und ebenfalls von einem unserer Absolventen – Günther Rabeder – geführt, zusammen. Günther hat Hannes übrigens zum Besuch der HLBLA St. Florian überredet. Mit Farmgoodies werden auch gemeinsame Exkursionen angeboten, bei denen beide Betriebe besucht werden und der Abschluss in der Jausenstation Hansberg stattfindet.

Die Grundsätze von Anneliese und Hannes lauten für das Gasthaus und die Landwirtschaft:
REGIONAL – BIO – ECHT.

Dem Wein verschrieben

Text: Thomas Stürzlinger
Fotos: Daniela Köppl, Werner Harrer

Oberösterreich ist nicht unbedingt als Weinanbaugebiet berühmt. Umso verwunderlicher ist es, dass weniger als 2 km vom Linzer Hauptbahnhof entfernt seit einigen Jahren ein Jungwinzer aufblüht.

Ing. Mag. (FH) Karl Ferdinand Velechovsky (MJ 2003) bewirtschaftet, umringt von Wohnhäusern und mit der „Skyline“ von Linz in Sicht, am Leondinger Gaumberg das „Nussböckgut“. Seit 15 Jahren gedeihen neben Mais, Soja, Weizen und Spargel auch Rebstöcke auf den tiefgründigen Lössböden um das Gehöft.

Unter den Absolventen der HLBLA St. Florian sind nur verhältnismäßig wenige Weinbauern zu finden, und doch darf sich die Schule indirekt damit rühmen, Karl. F. Velechovsky auf diesen Weg gebracht zu haben. Im Jahr 2001 absolvierte Karl sein 14-wöchiges Praktikum auf einem Weinbaubetrieb im Weinviertel. Die gesammelten Erfahrungen und Eindrücke haben dabei Spuren hinterlassen, es reifte die Idee auch am eigenen Betrieb Wein zu kultivieren. Im Jahr 2003 wurden die ersten 0,59 ha der Rebsorte Concordia – aus der auch der „Uhudler“ gewonnen wird – gepflanzt. 2006 gab es dann die erste Weinlese am Nussböckgut. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht abzusehen wie sehr sich der Betrieb dem Weinbau verschreiben würde.

Viele Jahre lang war (und ist auch noch) die Spargelproduktion der aus wirtschaftlicher Sicht wichtigste Betriebszweig des Nussböckgutes. Dzt. wird auf ca. 14 ha Spargel gezogen. Von Mitte April bis Ende Juni wird täglich frischer Spargel gestochen. Ab Hof und im ausgesuchten Lebensmittelhandel ist der Spargel erhältlich, zusätzlich ist die regionale Gastronomie zu einem verlässlichen Abnehmer geworden. Frische ist dabei zu einer Betriebsphilosophie geworden. Die großzügig dimensionierten Kühlräume sind stets nur mit einer Tagesproduktion gefüllt. Der Spargel kommt frisch und knackig zum Kunden. Die arbeitsintensive Spargelernte wird Großteils von Saisonarbeitskräften aus dem Ausland erledigt. Bisher gab es lt. Karl F. Velechovsky noch keine maßgeblichen Probleme mit der Verfügbarkeit der Saisonarbeiter, wohl auch deshalb, weil die Entlohnung über dem gesetzlich vorgegebenen Minimum erfolgt.

Den Titel „Mag. (FH)“ trägt Karl Ferdinand aufgrund seiner erfolgreichen Ausbildung zum Immobilienwirtschafter. Im Zuge dieses Studiums lernte er auch seine Ehefrau Beatrix kennen, mit der er mittlerweile 2 Kinder (Luna Birgit und Karl Peter) hat. Beatrix ist Geschäftsführerin der YieldField Immobilien GmbH, die sich unter anderem auch mit der Entwicklung herausfordernder Immobilien beschäftigt. Karl Ferdinand bringt auch hier seine Expertise ein, weiters ist Karl Ferdinand bei der Firma ATG (Agrar Technik Geräte) tätig. Eben diese ATG musste erst vor kurzem an einen neuen Standort in Hörsching wechseln, damit am Nussböckgut genügend Raum für die wachsende Weinproduktion geschaffen werden konnte.

Aus den 0,59 ha aus dem Jahr 2003 ist mittlerweile eine Weinanbaufläche von ca. 4,5 ha geworden. Neben der Concordia werden nun auch Weißweinsorten gezogen. Aktuell ist mit dem „gemischten Satz“ der erste Weißwein des Nussböckgutes frisch aus dem Keller gekommen. In den nächsten Jahren werden verschiedene Weißweinsorten gekeltert werden. Den Weinkeller suchte man bisher am Gaumberg vergebens. Die gesamte Weinlese wurde bisher per Kühl-LKW nach Jettsdorf, Gemeinde Grafenwörth, gebracht um dort im Keller eines befreundeten Winzers gepresst, gekeltert und abgefüllt zu werden. Viele weitere Winzer lernte Karl Ferdinand im Rahmen seiner erst kürzlich abgeschlossenen Ausbildung zum Wein- und Kellermeister kennen. Diese eigentlich auf 3 Jahre ausgelegte Ausbildung wurde von Karl Ferdinand in 2 Jahren absolviert und darüber hinaus wurde er zum österreichweit besten Weinbaumeister des Jahres 2018 gekürt, erstmals gelang dies einem Oberösterreicher.

Das Nussböckgut hat sich zwar nicht ganz, aber doch sehr dem Wein verschrieben. Für 2019 sind Investitionen im 7-stelligen Bereich geplant. Ein bestehendes Nebengebäude soll durch ein eigenes Gebäude für die die Kellertechnik ersetzt werden, die bestehende Zimmervermietung soll von 4 auf 9 Zimmer erweitert werden und ein „Heuriger“ soll entstehen. Über diese bereits in Planung und Umsetzung befindlichen Projekte hinaus hat Karl Ferdinand immer noch Ideen und Visionen. Regelmäßig werden kleine Versuche angestellt um potentielle neue Produkte zu testen. Das Nussböckgut sieht sich an erster Stelle seinen Kunden verpflichtet, auf allgemeinen Kundenwunsch wird die Spargelproduktion zukünftig biologisch betrieben. Darüber hinaus ist es Karl Ferdinand wichtig sich als Premiumanbieter zu positionieren. Hochqualitative Produkte in Verbindung mit ausgezeichnetem Marketing machen es möglich, gute Verkaufspreise zu erzielen. Nicht die Minimierung der Produktionskosten sondern die Maximierung der Erlöse stehen im Zentrum der Überlegungen.

Noch mehr Informationen gibt es hier:

» www.nussboeckgut.at

Jede Menge Kürbisse im Mostviertel!

Fotos und Text: Josef Sumesberger

Diese Betriebsreportage ist in zweierlei Hinsicht eine Premiere in unserer Zeitung. Zum Ersten ist eine Absolventin der HLBLA St. Florian die Betriebsführerin und erstmalig haben wir auch über die oberösterreichischen Landesgrenze hinaus geblickt.

In der Ortschaft Heimberg in der Gemeinde Stadt Haag liegt der stattliche Vierkanter der Familie Metz, dessen Betriebsführer Karin und Raimund Metz sind, die bereits vor längerer Zeit ihre Landwirtschaft auf die Produktion und die Verarbeitung von Kürbissen umgestellt haben. Karin, geborene Binder, hat im Jahr 1995 an der HLBLA St. Florian maturiert und war zunächst 4 Jahre zweite Geschäftsführerin des MR Mostviertel West. Nach Absolvierung der (jetzigen) Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik war sie zwei Jahre bei der oö. Wasserschutzberatung beschäftigt, um ab 2002 wieder hautberuflich am elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb zu arbeiten.

Familie

Seit 2000 sind Karin und ihr Mann Raimund verheiratet. Sie haben drei Kinder. Der älteste Sohn Jakob besucht dzt. den 2. Jahrgang der HLBLA St. Florian. Lorenz (13) und Anna (10) gehen noch die Pflichtschule.

Der Betrieb

Zur Zeit werden durch Karin und Raimund – sie haben den Betrieb im Jahr 2015 von Karins Eltern übernommen – insgesamt 55 ha Acker (20 ha Eigen- und 35 ha Pachtgrund) und 2 ha Wald bewirtschaftet. Auf den Ackerflächen werden neben der Sonderkultur Kürbis vor allem Getreide, Ackerbohne, Raps, Lein und Hanf angebaut. Seit der Übernahme ist der Betrieb viehlos. Die Eltern haben noch Schweinemast (600 Mastplätze) betrieben. Der Mann von Karin betreibt gewerblich eine Ölmühle und einen Agrarhandel (www.metz-agrar.at). Ein weiteres Standbein ist noch der Lohndrusch mit 2 Mähdreschern. Seit der Ernte 2018 ist die Landwirtschaft anerkannter Bio-Betrieb. Auch bei der Aktion „Schule am Bauernhof“ macht Karin mit, um den Schülern die Landwirtschaft näher zu bringen, was ihr ein besonderes Anliegen ist.

Der Weg zum Kürbis

Nach einer Exkursion im Rahmen der Meisterausbildung an der LFS Ritzlhof im Jahr 1999 mit der Idee zurück, Kürbis anzubauen. Was vorerst als Versuch begann, entwickelte sich zum Lieblingsbetriebszweig von Karin. Heute werden auf 10 ha Speise-, Öl- und Zierkürbisse angebaut. Interessant ist, dass dabei mehr als 150 (!) Kürbissorten zum Einsatz kommen. Die Vermarktung der geernteten Kürbisse und der daraus gewonnen Produkte erfolgt über mehrere Wege. Ein wichtiges Standbein dabei ist der im Jahr 2014 neu errichtete Hofladen, der freitags und samstags geöffnet ist. Weiters werden die Produkte des Kürbishofes noch bei anderen Hofläden, bei Märkten und Messen sowie in den Regional-Regalen von Billa und UNI-Markt angeboten. Auch von der Gastronomie werden die Kürbis-Spezialitäten gerne abgenommen. Während er Kürbis-Saison von August bis Oktober werden Speise- und Zierkürbisse auch an 5 – 8 mobilen Verkaufsständen an verschiedenen Standorten zum Kauf angeboten. Die Produkte des Kürbishofes können auch über den Online-Shop erworben werden.

Vielfalt an Produkten

Durch Weiterverarbeitung der Kürbisse wird eine Vielzahl von interessanten Produkten wie z.B. Kürbiskernöl, Knabberkerne, Kürbiskernnudeln und Schokolade offeriert. Daneben werden auch noch Raps-, Lein- und Hanföl, Fruchtaufstriche, Erdäpfel und Vogelfutter zum Kauf angeboten. Als besonderer Service sind auf der Homepage auch Kürbisrezepte online gestellt. Im heurigen Jahr hat der Sohn Jakob mit dem Anbau von Mini-Wassermelonen ein Projekt gestartet, das sich im heißen Sommer zu einem Verkaufsschlager entwickelt hat. Interessierte Gruppen haben auch die Möglichkeit, sich im Rahmen von Exkursionen ausführlich über die Philosophie und die Produkte des Betriebes von Karin Metz zu informieren. Bei der Öl-Kaiser-Prämierung im Rahmen der Ab-Hof-Messe in Wieselburg 2018 konnten die Familie Metz mit 3 Goldmedaillen für ihre Spitzen-Öle (Kürbiskern-, Raps- und Leinöl) ausgezeichnet werden.

Ehrenamtliches Engagement

Neben Ihrer Tätigkeit am Hof ist Karin noch als stellvertretende Gemeindebäuerin von Haag, im Vorstand des Stadtmarketingvereins und im Elternverein unserer Schule engagiert.

Persönliches Statement von Karin

Um für die vielfältigen Aufgaben gerüstet zu sein, die die Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes in der heutigen Zeit mit sich bringt, sind ständige Aus- und Weiterbildung sowie persönliche und betriebliche Weiterentwicklung für mich sehr wichtig. Offen zu sein für Neues und dabei das zu tun, was mir Spaß macht, was mich interessiert, worin ich mich entfalten kann, was meinen Gaben entspricht, – das macht mich glücklich und erfolgreich. Eine gute Partnerschaft und die Unterstützung aus der Familie sind dazu eine ganz wesentliche Basis. Die Jahre an der HLBLA St. Florian waren für mich eine sehr prägende Zeit in meiner Persönlichkeitsentwicklung, in der Gemeinschaft, im breit gefächerten landwirtschaftlichen aber auch allgemeinen Basis-Wissens-Zugewinn. Alles, was ich in St. Florian gelernt habe, war und ist für mich eine solide Basis für jede folgende Weiterbildung, die ich genossen habe, aber auch für mein tägliches Tun. Sehr gerne nutze ich heute noch das Netzwerk und die Kontakte aus dieser Zeit und freue mich, immer wieder Florianer zu treffen. Dass jetzt auch unser Sohn diesen Weg eingeschlagen hat, freut uns natürlich sehr, da wir wissen, dass ihm nach dieser Ausbildung alle Türen offen stehen.

Noch mehr Informationen gibt es hier:

» www.metz-haag.at

Innovativer Hof im Mühlviertler Kernland

Fotos und Text: Josef Sumesberger

In der Ortschaft Pieberschlag in der Gemeinde Windhaag b. Freistadt liegt ein wunderschön renovierter Dreiseithof mit einer sehr ansprechenden Gestaltung der Umgebung und des Hofraumes. In diesem Ambiente wohnt ein innovativer und engagierter Unternehmergeist.

Besitzer des ‚Biberhofes‘ ist Dipl.-HLFL-Ing. Leo Friesenecker gemeinsam mit seiner Gattin Franziska. Leo ist Absolvent der HLBLA St. Florian und hat im Jahr 1990 die Matura abgelegt. Nach einer ca. zweijährigen Tätigkeit bei der Saatbau Linz hat er sich entschlossen den Berufsweg des Lehrers einzuschlagen. Nach Ende der Ausbildung an der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik hat der als Lehrer an der LFS Kirchschlag begonnen, wo er bis 2012 tätig war. In dieser Zeit hat er Teillehren als Tischler und Elektriker absolviert und ein BWLStudium an der Uni in Linz begonnen. Auch nach Ende seiner Tätigkeit als Lehrer ist Leo dem Metier der Erwachsenenbildung treu geblieben und unterrichtet seit ca. drei Jahren am LFI bei Facharbeiter- und Meisterkursen.

Familie

Leo ist seit 2007 mit Franziska, einer gebürtigen Weststeirerin, verheiratet. Sie stammt aus einem Forstbetrieb und war vor der Ehe im EDV-Bereich selbständig tätig. Der gemeinsame Sohn Florian ist acht Jahre alt. Weiters leben noch zwei Töchter am Hof, die Franziska in die Ehe eingebracht hat und die auch eifrig für den Betrieb tätig sind. Petra – der kreative Spross der Familie – hat sämtliche grafische Belange in der Werbung übernommen. Anja, Volksschullehrerin und ausgebildete Imkerin, kümmert sich um die Bienenstöcke des Biberhofs.

Philosophie des Biberhofes

Alle sprechen von Spezialisierung. Am Biberhof wird Vielfalt gelebt. So werden Kreisläufe geschlossen, bodenschonend gearbeitet, EM und Kräuterauszüge eingesetzt, Mischkulturen angebaut und vergessene Kulturen wieder kultiviert. Landbewirtschaftung wie früher, wird mit neuen Innovationen kombiniert.

Leo hat die Landwirtschaft im Jahr 2000 von seinen Eltern übernommen, die – vor allem auf seine Initiative – bereits im Jahr 1995 auf biologische Bewirtschaftung umgestellt haben. Hatte der Betrieb bei der Übernahme 23 ha landw. Flächen bewirtschaftet, so sind es durch Zukäufe und Zupachtungen nun schon 50 ha. Auf den Ackerflächen werden Speise- und Stärkekartoffel, Speisegetreide, Ölfrüchte (Öllein, Leindotter, Hanf und Senf), Kräuter und Erdbeeren kultiviert. Außerdem werden am Betrieb 22 Milchkühe und 10 Weideochsen gehalten.

Schwerpunkt auf Direktvermarktung

Ein Großteil der am Betrieb angebauten Feldfrüchte bzw. Kräuter werden durch die Familie weiterverarbeitet und im Wege der Direktvermarktung an die Kunden gebracht. Einen eher ungewohnten Weg bieten die Frieseneckers bei einem Teil der Speisekartoffeln an. Auf kleineren Flächen (meist Randstreifen) werden die Kartoffeln zum Selbstgraben angeboten. Eine Grabgabel wird beigestellt und die Kunden werfen den Betrag in eine Kassa, der ihnen das Erntegut wert ist. Ebenso werden die auf 0,6 ha angebauten Erdbeeren nur für Selbstpflücker angeboten. Überhaupt wird bei der Direktvermarktung die Selbstbedienung groß geschrieben. Dazu wurde in der Nähe des Anwesens ein Selbstbedienungshofladen eingerichtet, der den Kunden 24 Stunden täglich zur Verfügung steht. Außerdem besteht auch noch die Möglichkeit der Online-Bestellung über die Homepage des Biberhofs.

Umfangreiche Produktpalette

Die Urprodukte werden in erster Linie durch Franziska liebevoll weiterverarbeitet. So umfasst die Angebotspalette u.a. Senf (vier Sorten), Speiseöle (Hanföl, Leinöl und Leindotteröl), Speisegetreide (Dinkel, Emmer, Einkorn, Nackthafer), Getreidereis, Müsli, glutenfreies Mehl, Honig, Schnaps und spezielle Kräuterteemischungen – von der Bäuerin selbst kreiert – und sogar eine Kräuterschokolade. Selbstverständlich alles in bester Bio-Qualität!

Die Ideen für Innovationen gehen nicht aus

Leo und Franziska sind stets am Überlegen, wie sie den landwirtschaftlichen Betrieb noch interessanter gestalten können. So sind für die Zukunft einige Projekte geplant, die sicher abseits des agrarischen Mainstreams liegen:

  • Bienenlufttherapie Die Luft im Bienenstock ist eine der reinsten und gesündesten. Personen die Atemwegserkrankungen oder ähnliches haben, können sich in den Stockkreislauf einklinken und somit wohltuende und angenehm riechende Luft inhalieren.
  • Pflück dir dein Kraut Die Kunden können auf den Feldern bzw. im Teegarten selbst ihrer Kräuter ernten. Vom Betrieb wird die schonende Trocknung der Kräuter angeboten.
  • Agrarcaching Ähnlich dem Geocaching haben die Interessenten die Möglichkeit, über eine App bestimmte Kulturen auf den Feldern der Frieseneckers zu entdecken, Infos zu erfahren und mit Spiel und Spaß neues entdecken.
  • Seminar der Vielfalt Am Hof wird ein Basisseminar mit den Inhalten (Bodenbearbeitung und Pflanzenstärkung, innovative Vermarktung, Kräuterbau, Sonderkulturen und Bioimkerei) angeboten und dann in Spezialseminaren vertieft.

Bei der diesjährigen Aktion ‚Open Bauernhof‘ der Jungbauernschaft konnten sie ca. 500 interessierte Besucher begrüßen und informieren. Weiters wurden bereits drei große Hoffeste (2005 – 2007) abgehalten, die wahre Besuchermaßen nach Pieberschlag gelockt haben. Leo ist der Überzeugung, dass eine Öffnung der Betriebe für Konsumenten und Interessenten ein wichtiger Beitrag für die Zukunft der Landwirtschaft und ein Anreiz ist, regionale Produkte zu kaufen.

Noch mehr Informationen gibt es hier:

» www.biberhof.com

Die Kastenhubers – 2 Generationen, 4 Florianer

Text: Josef Sumesberger
Fotos: beigestellt

Ein stattlicher Vierkanter in Bad Wimsbach-Neydharting – eigentlich fast typisch für diese Gegend im Bezirk Wels-Land. Und dennoch gibt es am Betrieb der Familie Kastenhuber in Bachloh einige Besonderheiten im Hinblick auf landwirtschaftliches Engagement, Kunstsinn und ein Umstand, der die Kastenhubers für die Florianer Absolventenfamilie interessant macht.

Betriebsführer Dipl.-HLFL Ing. Franz Kastenhuber hat im Jahr 1984 die Matura an der HLBLA St.Florian abgelegt – auch das noch keine besondere Auffälligkeit. Was die Familie Kastenhuber jedoch einzigartig in der Geschichte unserer Schule macht, ist die Tatsache, dass in der Zwischenzeit auch alle drei Söhne von Maria und Franz ebenfalls ihre Ausbildung an der HLBLA St. Florian abgeschlossen haben.

Als erster ist Wolfgang in die Fußstapfen des Vaters getreten. Er hat 2012 maturiert. Erfreulich für uns ist auch, dass Wolfgang, der zur Zeit an seiner Masterarbeit schreibt, auch im Vorstand des Absolventenverbandes tätig ist.Im Jahr 2014 hat dann der zweite Sohn Florian die Reifeprüfung erfolgreich abgelegt. Auch er studiert an der Universität für Bodenkultur. 2017 hat dann der jüngste Spross der Familie – Matthias seine Ausbildung an unserer Lehranstalt abgeschlossen. Seine Diplomarbeit, die sich mit dem Thema „Stickstoffdüngungsversuche bei Winterweizen mit dem Ziel einer ertrags-, qualitäts- und umweltorientierten Produktion unter Zuhilfenahme des N-Pilots“ befasste, wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Auch Wolfgang und Florian konnten mit ihren Diplomarbeiten ebenfalls Spitzenplätze einfahren. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass sich alle Diplomarbeiten der 3 Brüder mit pflanzenbaulichen Themen befasst haben.

Besonderes Engagement für die Landwirtschaft

Vater Franz – der im Jahr 1995 den elterlichen Betrieb übernommen hat – unterrichtet seit 1986 an der LFS – jetzt ABZ – Lambach und gilt in Fachkreisen als sehr engagierter und erfolgreicher Pflanzenbaulehrer. Selbstverständlich, dass sein Betrieb den Schülern des ABZ als Praxisbetrieb zu Verfügung steht. Er hat seine Landwirtschaft auch als Versuchsbetrieb angelegt, an dem in Zusammenarbeit mit der Pflanzenbauabteilung der LWK, der AGES und dem ABZ seit 2003 jährlich Feldtage mit großem Besucherandrang durchgeführt werden. Zahlreiche Fachartikel in Fachzeitschriften zeigen das besondere Engagement von Franz Kastenhuber.

Musik als gemeinsame Leidenschaft

Eine weitere Gemeinsamkeit, die alle Mitglieder der Familie auszeichnet, ist die Liebe zur Musik. Die Eltern leiten bereits seit 1997 gemeinsam den Kirchenchor ihrer Pfarre. Maria ist leidenschaftliche Organistin, Flötistin und Sängerin. Auch die Söhne sind musikalisch in die Fußstapfen des Vaters getreten, haben das Trompetenspiel erlernt und sind mehrfach ausgezeichnete Musiker in verschiedenen Formationen. Alle Männer der KastenhuberFamilie waren bzw. sind (Matthias) Trompeter bei der Militärmusik Oberösterreich. Eine weitere gemeinsame Leidenschaft gilt dem Jagdhorn. So ist Franz nicht nur Hornmeister der Jagdhornbläsergruppe Bad Wimsbach-Neydharting – wo alle drei Söhne mitspielen – sondern auch Landeshornmeister und Komponist zahlreicher Stücke, die u.a. auf den beiden CD’s der Jagdhonrbläser von Bad Wimsbach veröffentlicht wurden. Alle vier Männer spielen außerdem bei der Trachtenmusikkapelle Bad Wimsbach-Neydharting mit, wo sie auch als Trompetenensemble erfolgreich sind.

Statement von Franz

„Die HLBLA ist die optimale Schule zur fachlichen und charakterlichen Bildung für mich und meine Söhne gewesen! Viele fachliche und besonders soziale Kompetenzen wurden und werden vermittelt; die Kontakte zu „Florianern“ und das Netzwerk der „Florianer“ prägt das ganze Leben und Freundschaften zu Kollegen aus dem ganzen Land haben wirklich Bestand. Die Jugendzeit in St.Florian möchte keiner von uns vier „Florianern“ missen und wir stehen zu unserer Schule!“

Noch mehr Informationen gibt es hier:

» www.kastenhuber.com
» www.jagdhorn.com