Informationen zur Stärkefabrik Aschach der AGRANA

Am 19. Oktober konnten wir in den Räumen der AGRANA-Stärkefabrik in Aschach a.d. Donau unsere diesjährige Generalversammlung in einem tollen Ambiente und mit anschließender sehr interessanten Führunng durch das Werk abhalten.

Stellvertretend dafür möchten wir uns bei unserem Kollegen Ing. Franz Niedermann (MJ 2008) bedanken, der für uns die Vorbereitungsarbeiten erledigt hat und uns mit umfangreichen Informationen durch das Werk in Aschach geführt hat. Er hat uns auch die nachfolgenden Infos über das Stärkewerk Aschach der AGRANA zur Verfügung gestellt:

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Stärke gehört zu den unverzichtbaren Rohstoffen mit einer langen Tradition vielfältiger Nutzung.
Weltweit sind für ihre industrielle Gewinnung die Pflanzen Mais, Weizen, Kartoffel, Tapioka, Sago und Reis von Bedeutung. Die Maisstärke dominiert mit einem Anteil von etwa 70%.

Innerhalb der AGRANA-Gruppe ist das Werk in Aschach an der Donau, Oberösterreich, ein wichtiger Produktionsstandort im Maisstärkegeschäft.

 Die Fabrik wurde 1936 ursprünglich auf Basis Kartoffelstärke gegründet. 1958 erfolgte der Umbau zu einer Mais-stärkefabrik mit einer Vermahlungskapazität von 60 t Mais täglich.
Ab 1984 wurde die Fabrik konsequent ausgebaut. Die letzten zwei Erweiterungsschritte fanden 2006/2007 und 2016/2017 statt. Insbesondere waren uns die Modernisierung der Infra­struktur und ein wirkungsvoller Umweltschutz spezielle Anliegen.

Derzeit verarbeitet das Werk Aschach über 1.450 t Mais täg­lich. Die Produktion erfolgt ganzjährig im Schichtbetrieb. Insgesamt rund 300 Mitarbeiter im Werk Aschach sorgen für eine effiziente Durchführung und Abwicklung der Prozesse (Produktion, Technik/Instandhaltung, Qualitäts­sicherung, Lager/Transport, Verkauf, Rohstoffbeschaffung, Personalwesen, Buchhaltung/Controlling).

Sämtliche Abwässer der Produktionsbereiche sowie der Marktgemeinde Aschach werden in der betriebseigenen Kläranlage aufbereitet. Die Kapazität der Anlage würde reichen, um die Abwässer einer Stadt mit ca. 290.000 Einwohner zu reinigen. 

Der Stärkeprozess zerlegt das Maiskorn in seine Be­standteile: Stärke, Eiweiß, Keimling und Schalen.

Der angelieferte Mais wird gereinigt, anschließend gequollen, schonend vermahlen und entkeimt. Danach erfolgt die Fein-vermahlung und Fasernabtrennung, d.h. Schalengewinnung.

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Die keim- und faserfreie Mühlenstärke wird den nächsten Separationsstufen zugeführt. Diese liefern neben dem wert­vollen Eiweiß, das Grundprodukt Stärkemilch, den Rohstoff für alle Veredelungsschritte.

Die zusätzlich zu der Stärke gewonnenen Co-Produkte wer­den entsprechend verwertet:

Eiweiß, d.h. Maisprotein, dient als hochwertiger pflanzlicher Proteinträger im Mischfutterbereich. Angereicherte Schalen (Maiskleberfutter) werden in der Tiernahrungsindustrie als Rohfaserquelle sehr geschätzt. Aus den Keimen gewinnen unsere Kunden das wegen der ungesättigten Fettsäuren ge­sunde Maiskeimöl.

Die Pflanzen speichern durch Fotosynthese Lebensenergie in Form von Stärke. Leben ist also Stärke und genauso vielfältig sind deren Verarbeitungs- und Anwendungsmöglichkeiten.

PRODUKTE
Verzuckerung: In unseren Verzuckerungsanlagen wird die Stärkemilch enzymatisch zu Glukosesirupen, Flüssigdextrose und Maltodextrin aufgespaltet. Diese Sirupe werden als End-produkt der Verzuckerungsprozesse zum Teil abgefüllt, ein Teil wird im Sprühtrocknungsverfahren in eine Pulverform über-geführt und ein Teil wird dem Isomerisationsverfahren unter-zogen.

Native Stärken und Derivate: Durch physikalische und chemische Behandlung werden verschiedene Basiseigenschaften von Stärke – wie z.B. Verdickung, Hitze-Säure-Alkalibeständigkeit, Gefrier-Tau-Stabilität etc. – gezielt verändert, um Anwendungskriterien optimal zu erfüllen. In unseren Derivate- und Trocknungsanlagen werden auf diese Weiseanforderungsspezifische Produkte erzeugt. Unsere nativen und modifizierten Stärken werden sowohl in der Lebens­mittelindustrie (z.B. für Herstellung von Back- und Puddingpulver, Trockensuppen, Soßen, Fruchtzubereitungen, Tiefkühlprodukten u.v.m.) als auch im Non-Food-Bereich (Pharma, Papier, Wellpappe, Textil) eingesetzt.

Walzenprodukte: Höchste Anforderungen werden an die Produkte der Walzentrocknungsanlage gestellt. Als Produzent von Zutaten für Säuglingsanfangsnahrung verfügen wir über Produktionskompetenz, die weit über Österreichs Grenzen hinaus gefragt ist.

ANWENDUNGEN von Stärke:
♦ Lebensmittel
♦ Sirup
♦ Babynahrung
♦ Papier
Kosmetik
♦ Wellpappe
Bio-Produkte
Pharma
Bauchemie
Textilien

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Ing. Franz Niedermann bei der Führung

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